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Beispiel 2 Geschwister
mit Mutter
Nun hat sich die Situation geändert, wir
wissen, dass Thomas und Felix dieselbe Mutter haben.
Die DNA-Profile von Thomas und Felix sowie deren Mutter
sind bekannt. Das DNA-Profil des Vaters ist unbekannt.
Die Frage ist, ob Thomas und Felix Vollbrüder
oder Halbbrüder sind.
Solange das DNA-Profil des Vaters unbekannt ist,
kann eine Voll-Bruderschaft nicht ausgeschlossen werden,
außer man nimmt eine Y-chromosomale Untersuchung vor,
durch die der Geschwistertest erweitert werden kann.
Natürlich funktioniert die Erweiterung über
eine gezielte Untersuchung des Geschlechtschromosms
nur unter männlichen Testpersonen.
Trotzdem ist das Ergebnis in diesem Fall recht
deutlich. Es zeigt, dass nur zwei Marker darauf hinweisen,
dass Thomas und Felix denselben Vater haben (screenshot).
Infolgedessen ist die Wahrscheinlichkeit einer Vollgeschwisterschaft
sehr gering, obwohl sie nicht ausgeschlossen werden
kann. Die Wahrscheinlichkeit einer Halbge- schwisterschaft
beträgt 99,76%. Damit liegt mit diesem Test 423 mal mehr Beweis für eine Halbgeschwisterschaft, als für
eine Vollgeschwisterschaft vor.
Nach der Einteilung von Evett und Weir handelt es sich dabei um ein starkes Ergebnis (LR: 0-10 schwach, 10-100 mittelstark, 100-1000 stark, >1000 sehr stark).
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